KONZEPT

KONZEPT - EINFÜHRUNG

GENESE

Die Städte wuchsen bis zur Industrialisierung langsam und bildeten in sich stabile Strukturen aus. Wohnen und Arbeiten lag meist nah beieinander. Die Baumaterialien waren in der Regel
aus der Region. Vieles hat sich durch natürliche Zusammenhänge selbst reguliert.

Zur Zeiten der Industrialisierung führt der schnelle Zuwachs durch eine hohe Verdichtung
u.a. zu hygienischen Problemen beim Wohnen. Diese hat die Charta von Athen mit der Maxime „Licht, Luft und Sonne“ zu beheben angestrebt. Die zugleich erfolgenden technologischen Entwicklungen ermöglichten es schneller zu bauen und mehr Wohnraum zu schaffen. Vor allem durch die oft erfolgte Trennung von Wohnen und Arbeiten und die zunehmende Rolle des Verkehrs entstanden zugleich neue Probleme.

Dem Wohnungsbau ist es dabei nicht immer gelungen der zunehmenden Geschwindigkeit
der Veränderungen von der Industrie- über die Dienstleistungs- bis hin zur Informationsgesellschaft Rechnung zu tragen. Die Komplexität der Zusammenhänge zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit
ist gestiegen. Haben wir im Rausch der Entwicklung etwas aus den Augen verloren?

 

SITUATION

In Deutschland wohnen bereits drei Viertel der Bevölkerung in urbanen Ballungsräumen. Auch durch
den demographischen Wandel hält die „Renaissance der Städte“ weiter an. „Deutschland braucht mehr Wohnungen“ ist ein Aufruf dieser Zeit. Dabei ist die Entwicklung zum Bauen im Bestand (An-, Um-, Weiterbau) der schon über 50% des Neubaus umfaßt deutlich erkennbar.

In Polen ist der Wunsch nach mehr und bezahlbarem Wohnraum seit Jahrzehnten ungebrochen hoch. Das Angebot an Wohnungen für Jedermann hingegen ist nach wie vor ein rares Gut. Wie sieht
die Situation und wie sehen die Trends darüber hinaus in Polen aus?

Wie ist es nun mit der Nachhaltigkeit der Entwicklungen im Wohnungsbau bestellt? Dies ist in einer Zeit in der rund zwei Drittel der weltweit verbrauchten Energie, 60 Prozent des Wasserverbrauchs
und 70 Prozent der Treibhausgase auf Städte entfallen eine zentrale Frage.

 

ANSÄTZE

Das Quartier ist die kleinste städtische Einheit, die, die zum Leben notwendigen Funktionen beinhaltet. Welche Kriterien sind für die Nachhaltigkeit des Wohnungsbaus auf Quartiersebene entscheidend? Welche Bedeutung hat das Bauen im Bestand in Polen und in Deutschland?
An welchen beispielhaften Projekten können wir uns orientieren?

Wie flexibel sind nachhaltige Quartiere angesichts sich stetig ändernder Ausgangsbedingungen
zu gestalten? Diese Fragestellungen gehen explizit über den Wohnungsbau hinaus und beschäftigen sich mit den, im Bezug auf Nachhaltigkeit essentiellen, städtischen Funktionen des Quartiers.

Das städtische Haus ist die Heimat des Menschen und seiner Nächsten. Welche Kriterien sind
für die Nachhaltigkeit der Wohnarchitektur maßgebend? Welche Technologien und Materialien sind wirklich nachhaltig? An konkreten Beispielen diskutieren wir Chancen und Potentiale nachhaltiger Wohnarchitektur. Da bleibt noch die Frage – welche Rolle spielt dabei die Architekturqualität?

 

PLUS - VERFAHREN UND INSTRUMENTE

Ansätze sind die Grundlage des Handelns im Sinne nachhaltiger Wohnquartiere
und -architekturen. Entscheidend jedoch sind Verfahren und Instrumente zu deren Umsetzung.
Das gerade behandelt das PLUS.

Alle Themen werden durch Beispiele aus der Praxis in Deutschland und Polen dargestellt.

Konzeption und Durchführung der Reihe: Iza Małachowska-Coqui

Diskussionsleitung: Dr Katarzyna Zielonko-Jung